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JANUAR
Borobudur – die heilige Stätte des Buddhismus

10.01.18

LESEZEIT: 5 MINUTEN

ALOHA !

Willkommen zu: Borobudur auf eigene Faust…der “KALENDERGESCHICHTE” im Monat Januar. Natürlich – wie sollte es auch anders sein – habe ich es nicht pünktlich geschafft und so ist schon die Hälfte des Januars rum…nichtsdestotrotz will ich Euch die Story hinter diesem Foto nicht verschweigen.

Sie setzt an genau der Stelle ein, die ich im ersten Blog über das Titelblatt übersprungen habe…wir befinden uns also im Zug von Jakarta, der größten, ekligsten und überfülltesten Stadt – die ich auf meiner Reise gesehen habe – nach Yogyakarta, der gemütlichen Studentenstadt im Herzen von Java. in Jakarta war so stickig, laut & dreckig…ich wollte einfach weg.

8 Stunden dauerte die Reise von Jakarta bis nach Yogyakarta (Google Maps Link der Route)…in einem echt annehmbaren Zug für dortigen Standards fuhren wir (Julia, welche ich im Hostel getroffen hatte, und ich) in der Holzklasse der indonesischen Staatsbahn mit anderen Indonesiern los. Ich fand es verwunderlich, dass extrem wenig Backpacker unter den Passagieren waren – aber gut…war ja erst Tag 4 und ich hatte noch nichts weiter gesehen. Kurz nachdem wir losgefahren sind gesellte sich ein junger Mann zu uns. Er sprach uns direkt an, da er (erstaunlicher Weise) erkannte, dass wir keine Einheimischen waren. Wir unterhielten uns fast die ganze Zugfahrt, da eben jener Mann, dessen Name mir entfallen ist, Agrarwissenschaften in Jakarta studiert & so über jede kleine Plantage und Pflanze, welche am Wegesrand wuchs, Bescheid wusste und uns ausgiebig erzählte, wie man sie pflanzt, erntet und bewässert. Was anfangs noch als recht wissenswert und spannend klang wurde mit fortschreitender Fahrt immer mehr zu einer biologischen Abhandlung…aber super netter und lieber Mensch, der uns die lange & monotone Zugfahrt recht abwechslungsreich gestaltet hat.

In Yogyarta angekommen kamen direkt 5 Männer auf uns zu, welche uns Taxi Dienste anboten. Der freundliche Herr aus dem Zug hat uns jedoch den Tipp gegeben, aus dem Bahnhof rauszugehen und dort die Fahrradtaxen zu nehmen, welche einen Bruchteil kosten würden…gesagt: getan & ich zeige unserem Fahrer auf der Karte, wo er uns hinfahren solle…

 

↠ Tipp Nr 1: Immer Einheimische nach Empfehlungen oder Hinweisen fragen – man erfährt immer etwas interessantes

 

 

Angekommen in unserem Hostel, die in Indonesien eigentlich nie mehr als 5€/Nacht kosten, bezogen wir unser Bett im Schlafsaal und machten uns dann auf Entdeckungstour durch Yogyakarta. Was unsere Zugbekanntschaft uns noch dringend empfohlen hat, war das Essen auf der Straße. In der Regel haben Familien in Südostasien eigentlich keine Riesen große Küche, da so gut wie alle sich essen auf der Straße holen gehen…das ist absolut unschlagbar in Bezug auf Preis-Leistung. Also gingen wir raus, es gab Nasi Goreng (gebratenen Reis) oder Mi Goreng (gebratene Nudeln) mit Chicken und Bambus. Aber sonst gab es ganz viel Fingerfood, was alles in diesen kleinen fahrbaren Wägen frisch gekocht worden ist…eine absolute Empfehlung für alle, die vielleicht daran vorbei gegangen wären…

 

 

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Thema – Borobudur auf eigene Faust…in unserem Hostel (Link zum Hostel) und an ein paar anderen Stellen auf dem Weg durch die Stadt gab es immer wieder Angebote für Touren zu Borobudur und Prambanan, dem anderen super bekannten Tempel um Yogyakarta…aber da war uns das Geld absolut zu schade und als ich die Entfernung von unserem Hostel zu der Tempelanlage nachschaute war ich noch weniger in Sorge, dass wir das nicht schaffen sollten – Borobudur war nur 40km vom Hostel weg.

Also liehen wir uns schon am Abend einen Scooter aus, mit dem wir am nächsten Morgen ganz zeitig die Tour antreten wollten um den Sonnenaufgang am Borobudur zu genießen…Julia und ich haben es so geregelt, dass ich gefahren bin uns sie von hinten immer Navigationsanweisungen gab…sie hatte das Handy mit der Karte auf ihrem Schoß und konnte somit immer sehen, wo wir lang mussten. Es war das erste Mal, dass ich in einem fremdem Land Roller gefahren bin & dazu kam noch, dass Indonesien leider ein Land mit Linksverkehr ist…aber gut – was wäre das Leben ohne Herausforderungen.

Es war also ein typischer Mittwoch morgen um 5.00Uhr und ich stand mit gefühlt 80 anderen Rollern & Julia hinter mir an einer roten Ampel…sobald die Ampel auch nur ansatzweise den Anschein machte auf gelb zu springen, rissen alle ihre Gashähne auf uns rasten in einem absolut unnormalen Tempo zur nächsten Ampel…man lernte schnell, dass man sich dem Chaos anpassen musste und dann funktionierte alles wunderbar. Die Frau aus dem Hostel hatte uns nur noch gesagt – wenn ihr überholen wollt müsst ihr hupen…und das war glaube ich der beste Tipp für die erste Fahrt in Indonesien…ein Hupkonzert wie nirgendwo anders…aber wir kamen pünktlich zum Sonnenaufgang an!

 

↠ Tipp Nr. 2: Habe immer eine App mit einer Offlinekarte des Landes auf deinem Handy (maps.me – komplett kostenlos und es gibt alle Länder dieser Erde zum Download)

 

 

Noch mal als kleine Zusammenfassung für alle diejenigen, die sich bis jetzt gefragt haben – was ist dieser Borobudur überhaupt? Es ist eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens. Es ist UNESCO Weltkulturerbe und gilt als das bedeutendste Bauwerk des Mahayana-Buddhismus (Eine der Hauptrichtungen des Buddhismus). Das Bauwerk ist schon über 1000 Jahre alt – es wurde irgendwo zwischen 750 und 850 n.Chr. gebaut. Bis heute beten Buddhisten in den Anlagen zu ihren Göttern.

Jedoch wird die Stätte immer mehr der Öffentlichkeit geöffnet und ist eine absolute Attraktion auf Java. Schön zu sehen war jedoch, dass die Tempelanlagen kaum westliche Touristen anzogen, sondern viel mehr Schulklassen und indonesische Touristen…es war mir bis dahin gar nicht so aufgefallen, aber natürlich wollen Indonesier auch ihr eigenes Land bereisen….dabei ist es total interessant, wie unterschiedlich sich die Inseln Indonesiens entwickelt haben…

Bali ist sicher allen ein Begriff – ein momentanes Traum-Urlaubs-Land für viele Strandliebhaber. Bali ist absolut geprägt durch den Hinduismus und weniger durch den Islam und Buddhismus. Hingegen auf Java sind 91% der Einwohner dem Islam zugehörig…

 

 

Wir kamen also an & liefen zum Borobudur Tempel. 20€ kostet es für Touristen, die nicht aus Indonesien kommen – ein Fakt, den ich später noch recht häufig bemerkt habe…das Europäer oder Nordamerikaner einfach ein vielfaches des Preises zahlen mussten…auf der einen Seite absolut verständlich, aber irgendwie fühlt man sich als Tourist dann immer ein bisschen schlecht gegenüber all der anderen…aber hey – die brauchen das Geld absolut dringender als wir hier…

Es war total witzig und wie in einem schlechten Film…alle Besucher der Tempelanlage freuten sich total, dass wir als Europäer uns für den Tempel interessieren und alle wollten Fotos mit uns machen…sie scharten sich um uns, wollten uns umarmen und unsere weiße Haut anfassen 😀 😀 Denn in den asiatischen Gebieten gilt die weiße Haut als Schönheitsideal…es symbolisiert, dass man nicht den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist (wie Bauern & Feldarbeiter, welche dort als niedere Berufe gelten), sondern dass man solch eine Position inne hat, wo man vor der Sonne geschützt ist – wie Büroberufe, etc..

Auf jeden Fall eine verrückt umgekehrte Welt! Und in all dem Trubel habe ich nur einen kleinen Jungen im Augenwinkel gesehen…er saß auf einer der glockenförmigen Steingebilde und betrachtete alles ganz gelangweilt…seine Mutter stand neben ihm und wollte noch ein Foto  von uns machen, als ich mich aus Spaß zu ihm drehte und er sich die Augen zu hielt und sie immer langsam wieder öffnete. Wie das Spiel, was man mit Kindern spielt…unser Spiel bestand jedoch darin, dass ich ein Foto von ihm machen wollte…und so geht unser Tag in Yogyakarta und dieser Blogeintrag zu ende.

Wir fuhren wieder mit dem Roller in die Stadt, schlugen uns den Magen an einer der Straßenstände voll und am nächsten Tag ging die Reise weiter gen Westen.

 

 

Vielen, vielen Dank fürs lesen & ich würde mich freuen, wenn ihr ein bisschen Feedback da lasst, den Blog weiterempfehlt und Anfang Februar gibt es dann einen Blog aus Hawaii. Bis dahin!

 

 

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